Ex-DFB-Kapitäne Oliver Kahn und Michael Ballack kritisieren Kimmich
Die ehemaligen Nationalmannschaftskapitäne Oliver Kahn und Michael Ballack haben die aktuelle Debatte um Joshua Kimmich scharf kritisiert. Ballack erklärte am Sonntag bei RTL, dass Jürgen Klopp den Bayern-Star für zwei Spiele aus der Startelf genommen habe, um die Gruppe ohne ihn zu testen.
Ballacks Kritik an Klopps Vorgehen
„Klopp hat ihn ein bisschen rausdelegiert für diese beiden Spiele, um zu sehen, wie die Gruppe ohne ihn funktioniert“, sagte Ballack am Sonntag bei RTL über den Bayern-Star, der wider Willen nicht im zweiten Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp sein durfte. Er betonte, dass dies Kimmich nicht schwäche und dass er derzeit niemanden sehe, der ihn ersetzen könne.
Ballack vermied die Frage, ob Kimmich als zentraler Sechser weltklasse sei, und bewertete ihn stattdessen als stärker im rechten Verteidigerbereich. Er erklärte, dass Kimmich mit all seinen Eigenschaften auch im rechten Abwehrspiel „weltklasse“ sei.
Kahns Sicht auf Kimmichs Herausforderung
Oliver Kahn hält den DFB‑Kapitän weiterhin für einen wichtigen Spieler, betont jedoch, dass nach dem Wechsel des Bundestrainers jeder erneut seinen Status erarbeiten müsse. Er kritisierte, Kimmich habe das Pech, in nicht besonders erfolgreichen Nationalmannschaften zu spielen, wodurch es für ihn schwerer sei, als Führungsfigur zu gelten.
Gefragtes DFB‑Talent Tresoldi lässt Entscheidung für Nationalteam offen
Kahn fügte hinzu, dass es für eine Leitfigur wie Joshua wichtig sei, dass die Mitspieler zu ihm aufblicken, und dass das Fehlen entsprechender Erfolge seine Aufgabe besonders erschwere. Er stellte die Frage, ob die aktuelle Lösung optimal sei.
Jürgen Klopp erklärte, er fahre „zweigleisig“ und finde das völlig in Ordnung, wodurch die Diskussion nicht zum richtigen Zeitpunkt komme. In seiner Pressekonferenz am Samstag wich er der Frage nach Kimmichs Zukunft aus und sagte: „Ich gebe auf. Macht, was ihr wollt.“
Beim 2:0‑Sieg gegen Serbien überzeugten Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof, was die Konkurrenz um die zentrale Mittelfeldposition verdeutliche. Damit sei es für Kimmich schwieriger, einen festen Platz zu sichern.
Die gegensätzlichen Einschätzungen von Ballack und Kahn zeigen, dass Kimmichs Rolle im Nationalteam sowohl taktisch als auch psychologisch stark beansprucht wird. Die Debatte bleibt offen, solange die Trainer keine klare Entscheidung treffen.