Premier League
Etihad Airways prüft juristische Schritte gegen die Premier League nach Sponsoren‑Skandal
Während die Premier League das Urteil zu den Finanzpraktiken von Manchester City verteidigt, erwägt ihr langjähriger Hauptsponsor Etihad Airways nun juristische Schritte. Der Fluggesellschaft missfällt das Vorgehen, das ihrer Aussage nach ohne Befragung erfolgte, und sie will die Partnerschaft mit dem Klub verteidigen.
Rechtliche Optionen und finanzielle Folgen
Etihad betont, dass das Urteil das Unternehmen fälschlich in die Nähe eines Fehlverhaltens bringe und weist die Darstellung kategorisch zurück. Gleichzeitig prüft die Airline, welche Rechtsmittel zur Verfügung stehen, um ihre Interessen zu schützen.
Die unabhängige Kommission, die die Vorwürfe untersuchte, bezieht sich auf den Zeitraum von 2009 bis 2018. In diesen Jahren wurde Manchester City dreimal englischer Meister. Die Kommission bezifferte den finanziellen Effekt des fraglichen Modells auf mehr als 900 Millionen Pfund, umgerechnet rund 1,05 Milliarden Euro.
Den Vorwürfen zufolge habe Manchester City Einnahmen durch Scheinverträge mit Sponsoren künstlich erhöht und gleichzeitig Kosten gedrückt, was gegen die Regeln der englischen Spitzenliga verstoße. Zudem wirft die Premier League dem Klub mangelnde Kooperation bei der Aufklärung vor.
Die Ermittlungen wurden durch Enthüllungen von „Football Leaks“ im „Spiegel“ ausgelöst. Nach mehrjährigen Untersuchungen hatte die Premier League den Club im Februar 2023 angeklagt. Neben einem erheblichen Image‑Schaden sind die Konsequenzen für den Champions‑League‑Sieger von 2023 noch unklar.
In einer weiteren Anhörung soll über mögliche Strafen entschieden werden. Ein Ausschluss aus der Premier League oder das Nachträglich‑Aberkennen von Titeln sei theoretisch möglich, jedoch als unwahrscheinlich eingestuft. Der zehnmalige englische Meister beteuert weiterhin seine Unschuld.