WM
Englands WM‑Ärger: von Maradonas Hand bis zu Beckhams Schuss
Von einer pulsierenden Sportsbar in Chicago bis zu den ruhigen Terrassen Londons halten englische Fans den Schlachtruf „It’s coming home“ fest, während der Weltpokal weiterhin unerreichbar bleibt. Seit dem Heben des Titels 1966 haben die Drei Löwen eine sechs Jahrzehnte lange Saga aus verpassten Chancen, umstrittenen Momenten und knappen Niederlagen durchlebt.
Im Viertelfinale 1986 erzielte Argentiniens Diego Maradona das berüchtigte „Hand‑von‑Gott“-Tor gegen England. Sein zweiter Schuss, später als Tor des Jahrhunderts bezeichnet, wäre im heutigen Spiel wahrscheinlich vom VAR überprüft worden.
Im Achtelfinale 1998 trat Englands David Beckham gegen Argentiniens Diego Simeone, als Letzter auf dem Platz lag, was zu einer Roten Karte für Simeone führte. England verlor schließlich das Elfmeterschießen 4:3, und Beckham erhielt in den darauffolgenden Wochen Drohbriefe.
England drückt Kroatien zu historischer Niederlage im Nations-League-Duell
Bei der WM 1982 blieb England ungeschlagen, gewann drei Spiele und erzielte zwei Unentschieden. Trotz dieser Bilanz schieden sie aus, weil die Tordifferenz sie eliminierte.
Im Halbfinale 1990 gegen Westdeutschland erriet Torhüter Peter Shilton korrekt die Seite jedes deutschen Strafstoßes, konnte jedoch keinen halten. Die Niederlage markierte den Beginn von Englands langer Serie von Elfmeterschießen‑Niederlagen, ein Muster, das bis 2018 anhielt.
Im Viertelfinale 1970 führte England Westdeutschland die meiste Spielzeit mit 2:0, bevor ein erkrankter Torwart ausgewechselt wurde und der Ersatz in schneller Folge drei Tore zuließ. Der dreifache Kollaps schickte die Titelverteidiger früh nach Hause.
Das jüngste Turnier 2022 endete für England mit einem bloßen Teilnahmepreis, da sie nicht über die Gruppenphase hinauskamen. Dieses Ergebnis verstärkte die hartnäckige Frage, wann der WM‑Titel endlich wieder auf englischem Boden landen wird.