Bundesliga
DFB verlagert Polizeikosten auf Vereine nach grundlegender Entscheidung
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte am 11. September 2026 an, dass er alle Polizeikostenrechnungen für Hochrisikomatches an die Vereine weiterleitet, die das Heimrecht besitzen, ein grundlegender Politikwechsel, der die finanzielle Belastung direkt auf die Gastgeber verlagert.
Neue Kostenrückerstattungspolitik des DFB
Das Präsidium verabschiedete am Freitag einen „grundlegenden Beschluss“, der dem Verband erlaubt, die Polizeikosten an die betreffenden Vereine weiterzugeben. Präsident Bernd Neuendorf wurde zitiert mit den Worten: „Wenn der DFB Gebührenbescheide für Polizeikosten erhält, werden wir die Kosten an die jeweiligen Vereine weitergeben“, was die Verfahrensänderung unterstreicht.
Neuendorf fügte hinzu, dass der Ansatz der Gebühreneinziehung „immer noch der falsche ist“, und argumentierte, dass eine kooperative Partnerschaft mit Polizei und Politik die Sicherheit vor Ort besser verbessern würde. Der DFB begründete die Maßnahme mit der Pflicht zum Vermögensmanagement, die ihn verpflichtet, solche Ausgaben zurückzufordern.
Klubs und politischer Gegenwind
Vereine, insbesondere solche in der 3. Liga und den Regionalligen, warnten, dass die neuen Gebühren existenzbedrohend sein könnten, und verwiesen auf eine Aussage vom Mai, wonach solche Gebühren den Wettbewerb beeinträchtigen könnten. Derzeit erhält nur Bremen eine Erstattung für Hochrisiko‑Bundesliga‑Spiele, ein Umstand, der mit einem Rechtsstreit verbunden ist, über den das Bundesverfassungsgericht entschieden hat.
Der Innenminister von Rheinland‑Pfalz, Achim Schwickert, sagte nach einem massiven Polizeieinsatz bei einem DFB‑Pokal‑Match: „Es ist nicht unser Ziel, diese Kosten einzufordern“, und forderte eine bundesweite Lösung statt isolierter regionaler Regelungen.
Andere Bundesländer, darunter das Saarland, prüfen ähnliche Regelungen, während die DFL keinen Druck mehr verspürt, ihre Position zu ändern. Der Kontrast zwischen der fiskalischen Begründung des DFB und der finanziellen Verwundbarkeit der Vereine verdeutlicht die anhaltende Debatte darüber, wie die Polizeipräsenz bei Fußballveranstaltungen am besten finanziert werden kann.