WM
Courtois träumt vom WM-Abschied mit United
Thibaut Courtois (34) wird nach der Weltmeisterschaft seine Karriere in der belgischen Nationalmannschaft beenden, besteht aber darauf, dass ihm ein würdevollerer Abschluss als ein Spiel gegen Neuseeland zusteht. Der Torhüter, der an seinem rechten Ärmel das einzigartige FIFA-WM-2018-Goldhandschuh-Abzeichen trägt, hat mit entscheidenden Paraden gegen Ägypten und den Iran seinen Status als Weltklasse-Torwart unterstrichen.
Courtois, der 2018 als bester Torwart der WM ausgezeichnet wurde, bleibt das einzige Mitglied von Belgiens „Fab Four“, das auf diesem Niveau in den USA spielt. Vincent Mannaert, technischer Direktor des belgischen Fußballverbands, bestätigte, dass Courtois nie Andeutungen gemacht hat, über dieses Turnier hinaus weiterzumachen. „Die Chance, dass ich weitermache, ist kleiner als die Chance, dass ich aufhöre“, erklärte Courtois.
Die WM-Kampagne Belgiens hängt maßgeblich von Courtois ab, dessen 17. WM-Auftritt gegen den Iran den Nationalrekord von Enzo Scifo egalisierte. Er hat bereits Jan Ceulemans (16), Franky Van der Elst (15) sowie das Duo Jan Vertonghen und Eden Hazard (je 14) überholt. Courtois ist auf dem besten Weg, Rekordspieler Belgiens bei Weltmeisterschaften in Vancouver zu werden.
Mit acht WM-„Clean Sheets“ liegt Courtois nur hinter Fabien Barthez und Peter Shilton (je 10). Ein weiteres Spiel ohne Gegentor würde ihn an deren Rekord heranbringen. Belgien trifft im letzten Gruppenspiel auf Neuseeland – ein Match, das Courtois’ Vermächtnis prägen könnte, falls er mit dem Team noch tiefer in das Turnier einzieht.
Die WM durch die Augen von Mexiko, den USA und Kanada: Feierlaune, Stolz und ein hoher Preis.
Courtois, der für Real Madrid 333 Einsätze bestritt und dabei 133 Mal ohne Gegentor blieb, scherzt gern über seine Zahlenbesessenheit. Für Belgien hält er bei 58 „Clean Sheets“ in 112 Länderspielen – eine Quote von über eins zu zwei. Mannaert wird nach dem Turnier nach Madrid reisen, um mit Courtois das letzte Gespräch zu führen, das von gegenseitigem Respekt und gemeinsamer Bewunderung für Real Madrid geprägt ist. In ihren Gesprächen geht es oft um José Mourinho, jüngste Transfers wie Cucurella und Konaté sowie Julián Álvarez von Atlético Madrid. Courtois’ Leistungen überstrahlen Belgiens Probleme, da das Team bisher keinen Sieg in der Gruppenphase einfahren konnte. Seine Paraden gegen Mehdi Taremi und Ägyptens Ashour unterstreichen seine anhaltende Klasse trotz Verletzungsproblemen in den letzten Jahren. „Thibaut hat mit seiner Erfahrung einen guten Blick auf die Dinge“, sagte Mannaert vor dem Turnier.