Christoph Kramer ZDF‑Experte will Öffentlichkeit hinter sich lassen
Bei einem Auftritt in der Talkshow „3nach9“ sitzt der 35‑jährige Christoph Kramer, ehemaliger Weltmeister und jetzt ZDF‑Experte, und spricht offen über das Problem, das ihn seit dem Ende seiner aktiven Karriere 2024 begleitet: die permanente Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.
Öffentlichkeitsdruck als Gift
Kramer beschreibt die öffentliche Bewertung als „süße Frucht“, die zugleich toxisch und süchtig machend sei. „Ich habe über mein ganzes Leben festgestellt – und ich bin noch nicht so furchtbar alt – dass diese süße Frucht der Öffentlichkeit … sehr toxisch ist und trotzdem leider wirklich süchtig macht“, erklärte er.
Er beobachtete andere Prominente, nannte Thomas Gottschalk und Stefan Raab als Beispiele für Menschen, die den Sprung in ein friedlicheres Leben geschafft, aber dann wieder zurückgekehrt seien. „Es gibt dafür keine Erklärung, weil sie kein Geld mehr brauchen. Es ist einfach diese Bestätigung von außen, die irgendwie süchtig macht“, fügte Kramer hinzu.
Buchautor und Medienpersönlichkeit
Neben seiner Tätigkeit als TV‑Experte für das ZDF begann Kramer bereits während seiner Spielerzeit, als Autor zu arbeiten. Sein erster Roman „Das Leben fing im Sommer an“ landete sofort auf der Spiegel‑Bestsellerliste, und nun erscheint sein zweites Werk „Wolkenberührpunkt“. Bei den Teamkollegen stieß das Schreiben jedoch auf wenig Begeisterung; er erinnerte sich, dass es „gar nicht beäugt“ wurde.
Kramer will den öffentlichen Auftritt irgendwann ganz hinter sich lassen. Er habe sich vorgenommen, künftig nichts mehr mit der Öffentlichkeit zu tun haben zu wollen und suche nach einem „glücklichen, ruhigen Frieden“, ohne das ständige Bedürfnis nach Applaus. Er weiß, dass das eine große Aufgabe sei, weil er seit seiner Kindheit von außen bestätigt werde.
Trotz dieses Vorhabens bleibt er vorerst im Rampenlicht, weil er täglich nach jedem Wochenende die Zeitung aufschlage, um zu lesen, wie er gespielt habe und welche Note er erhalten habe. „Deshalb geht das nicht von jetzt auf gleich“, betont er und fordert ein bewusstes „Abtraining“ der Bestätigung von außen.