Bundesliga
Bundesliga‑Präsidium will bis Sommer 2027 Kompromiss für 50+1‑Regel
Im Sitzungssaal des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt am Main versammelten sich am Montag die 36 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga, um über die Zukunft der 50+1‑Regel zu beraten. Das Präsidium der Liga warnte dabei ausdrücklich vor einem drohenden Rechtsstreit, sollte keine einheitliche Lösung gefunden werden.
Zeitrahmen für einen Kompromiss
Nach intensiven Gesprächen kündigte das Präsidium an, bis zum Sommer 2027 einen konkreten Kompromissvorschlag vorlegen zu wollen. In einer offiziellen Mitteilung vom Dienstag heißt es, dass im ersten Halbjahr 2027 finale Vorschläge zur einheitlichen Ausgestaltung und Anwendung der Regel allen Mitgliedern präsentiert werden sollen.
Um die Legitimation des Vorgehens zu sichern, soll die geplante Lösung in einer Abstimmung der 36 Klubs im Dezember bestätigt werden. Das Präsidium betont, dass eine breit getragene Lösung die größten Chancen bietet, langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen innerhalb des Ligaverbands zu vermeiden.
Position des Präsidiums und nächste Schritte
Das Liga‑Präsidium unterstreicht, dass 50+1 aus seiner Sicht ein zentrales Grundprinzip des deutschen Profifußballs und eine Basis für die gesellschaftliche Verankerung des Sports darstelle. Die Bewertung des Bundeskartellamts sei dabei die Grundlage für jede mögliche Anpassung.
Ein weiteres Treffen der Vereine ist für den kommenden Montag in Frankfurt am Main geplant, bei dem die ersten Schlüsse aus der Stellungnahme des Bundeskartellamts diskutiert werden. Gleichzeitig soll die Suche nach einem Konsens mit den Ausnahmeklubs weiter vorangetrieben werden.
Einige Vereine, darunter Eintracht Frankfurt, haben bereits Anträge gestellt, die eine sofortige Neufassung der Regel ohne weitere Fristsetzung fordern. Das Präsidium warnt jedoch, dass verkürzte und vorschnelle Beschlüsse die Rechtssicherheit der Regel gefährden könnten.
Der Bundeskartellamt hatte die 50+1‑Regel im August als rechtens bestätigt, jedoch eine einheitliche Anwendung gefordert. Die Liga sieht die anstehenden Abstimmungen im Dezember als entscheidenden Moment, um die strategische und sportpolitische Bedeutung der Regel langfristig zu sichern.