Boszs Enthüllungen lösen Spieleraufstand, der Dortmunds Hoffnungen kippte
Images/GettyImages – In den hallenden Gängen des Westfalenstadions sitzt ein 62‑jähriger Marco Bosz allein und erinnert sich an das Jubeln der Menge nach fünf Siegen in Folge. "Wir haben die ersten fünf Ligaspiele gewonnen. Wir standen an der Tabellenspitze und hatten fünf Punkte Vorsprung auf Bayern München," sagte er dem niederländischen Sender Omroep Brabant, ein Hinweis auf die frühe Dominanz, die einen Titel zu versprechen schien.
Frühe Triumphe und ein riskanter Ansatz
Während seiner Amtszeit bei Borussia Dortmund wurde Bosz für einen offensiven Ansatz gelobt, aber für die Flut an Gegentoren kritisiert, die er nach sich zog. "Während seiner Zeit bei Borussia Dortmund wurde Bosz vor allem für seinen riskanten Ansatz kritisiert, der auch schnell mit vielen Gegentoren bestraft werden kann," bemerkte die deutsche Presse. Dennoch war sein Start beim BVB makellos, das Team stieg zur Tabellenspitze auf.
Das Selbstvertrauen des Trainers war spürbar. "Wir haben die ersten fünf Ligaspiele gewonnen," wiederholte er und betonte den fünf Punkte Vorsprung gegenüber Bayern München, der Dortmund an die Spitze der Liga setzte.
Champions-League-Niederlage und interner Unmut
Der Wendepunkt kam in der Champions League, als Dortmund Real Madrid zu Hause empfing und eine 1:3-Niederlage erlitt. "In der Champions League mussten wir zu Hause gegen Real Madrid spielen, und wir haben dieses Spiel 1:3 verloren," erinnerte sich Bosz und beschrieb das Ergebnis als "Ein Ergebnis, das eigentlich halb so schlimm ist", angesichts der Stärke des Gegners.
Dennoch löste die Niederlage einen Spieleraufstand aus. Innenverteidiger Sokratis Papastathopoulos traf sich mit dem Torhüter und einem defensiven Mittelfeldspieler und erklärte, "Der Trainer ist völlig verrückt. Wir spielen viel zu offensiv. Seht nur: Wir haben drei Gegentore kassiert." Das Aufbegehren, gab Bosz zu, ließ die Mannschaft zerfallen.
Nach dieser Nacht erzielte Dortmund nur zwei Siege in den nächsten vierzehn Spielen. Sie erlitten eine 2:4-Niederlage bei Hannover 96 und schieden aus Europa nach einem 1:1-Unentschieden mit APOEL Nicosia aus.
Im Rückblick auf das Chaos sagte Bosz, "Ich hätte eingreifen müssen. Ich hätte kein Gespräch mit ihnen anfangen sollen, aber ich hätte sie sofort rausschmeißen müssen." Er fügte hinzu, "Ich kann keine Streitereien provozieren, aber im Nachhinein betrachtet hätte ich es tun sollen." Die Enthüllungen des ehemaligen Ex‑BVB‑Trainers zeichnen ein klares Bild davon, wie eine einzelne Niederlage Unmut entfachen und das Versprechen einer gesamten Saison zunichtemachen kann.