Boldt soll noch vor Dresden‑Spiel aus Hannover 96 gehen

Sport‑Geschäftsführer Jonas Boldt wird laut NDR noch an diesem Wochenende bei Hannover 96 geschasst.
Die Trennung soll noch vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Sonntag über die Bühne gehen, vermutlich bereits am Samstag.
Trainer Sandro Wagner sitzt im sogenannten Kellerduell auf der Bank.
Wie es mit dem Coach weitergeht, wird erst nach dem Kellerduell gegen den Tabellennachbarn Dresden am Sonntag um 13:30 Uhr im NDR Livecenter klar.
In der 2. Liga steht Hannover 96 auf dem Relegationsplatz 16, im DFB‑Pokal folgte zuletzt das Ausscheiden.
Das Spiel gegen Dynamo ist von großer Bedeutung; sollte auch im fünften Spiel unter Wagners Regie kein Sieg gelingen, könnte es für ihn eng werden.
Jonas Boldt, 44, wird trotz eines Vertrags bis Ende Mai 2029 zeitnah freigestellt.
Er steht wegen der Kaderentwicklung und der Entlassung des bei den Fans beliebten Christian Titz in der Kritik, zuletzt wegen geplanter Urlaubstage unmittelbar vor dem Derby in Braunschweig.
Im DFB‑Pokal gegen 1. FC Kaiserslautern (0:2) hing ein Spruchband mit den Worten „Hyrox und Aperol am Limit, wirtschaften und Kaderplanung Fehlanzeige“ über seiner Aktivität.
Im Internet mehren sich die „Boldt muss weg“-Posts.
Bereits vor dem verlorenen Pokalspiel soll es laut intern große Zweifel an Boldt gegeben haben.
Aufsichtsrats‑Chef und Mehrheitsgesellschafter Martin Kind habe sich von ihm abgewandt, hieß es.
Intern wird mittlerweile von einem „Missverständnis“ gesprochen.
Martin Kind warnt vor finanziellen Folgen
Kind erklärte gegenüber dem NDR, dass bei einem Abstieg in die 3. Liga das gesamte Modell des Vereins nicht finanzierbar wäre und er das nicht akzeptieren könne.
Aus Boldts Sicht fehlte von Anfang an ein gemeinsamer Nenner mit Titz bezüglich Kaderplanung und -kosten.
Die Stimmung und das Selbstvertrauen seien seit dem verpassten Bundesliga‑Aufstieg im Mai stark gesunken.
Unter Wagner werde aktuell nichts besser, vieles sogar schlechter, und Wagner sei von Boldt selbst geholt worden.
Transferbilanz und aktuelle Kaderprobleme
Vor dieser Saison verlor Hannover gleich drei Spieler an namhafte Clubs: Noel Aseko (Eintracht Frankfurt), Enzo Leopold (Borussia Mönchengladbach) und Daisuke Yokota (Glasgow Rangers).
Die Schlüsseltransfers des Sommers, Marcel Hartel (30) und Emir Sahiti (27), enttäuschen bislang und besitzen keinen Weiterverkaufswert.
Der neue Torwart Pascal Loretz wurde bereits nach dem ersten Spieltag aus der Startelf genommen.
Boldt betonte nach der Pokal‑Pleite, dass die Unruhe logisch sei und man eine Neuausrichtung wolle, an der er weiter arbeite.
Er sagte, niemand habe ihm gesagt, dass man von einem Missverständnis rede, und er stehe weiterhin zur Verfügung.
Die Gremien sehen das offenbar anders.
Boldt erklärte, Wagner bleibe „solange ich da bin“.
In den vergangenen Jahren wurde das Management bei Hannover 96 häufig durchrotiert, zuletzt mit der Verpflichtung von Boldt im Sommer und Wagner als Ersatz für den geschassten Titz im September.
Damals lag Hannover sieben Punkte hinter dem Tabellen‑Zehnter, heute rangiert der Club nach drei sieglosen Spielen, inklusive einer 0:2‑Niederlage im Derby gegen Braunschweig, mit acht Punkten auf Platz 16.
Der bittere Pokal‑Aus gegen 1. FC Kaiserslautern (0:2) hat die Krise weiter verschärft.