WM
Belgien gegen Iran 0:0 – Lukaku kritisiert emotionale Spielweise
Belgien bleibt nach zwei Spielen bei der FIFA-WM 2022 in Katar ohne Sieg. Nach einem torlosen Remis gegen den Iran verpasste die Mannschaft den ersten Dreier. Thibaut Courtois sicherte sich seinen achten „Clean Sheet“ bei einer WM und egalisierte damit den Rekord von Peter Shilton und Fabien Barthez für die meisten ohne Gegentor bei einem Turnier.
Rudi Garcia räumte ein, dass Belgien an Effizienz mangelte. „Wir hatten 70 Prozent Ballbesitz, aber es fehlte an Tiefe und Vertikalität“, erklärte der Nationaltrainer. „Die Einwechselspieler brachten mehr Dynamik, aber mit zehn Mann ist es immer schwierig.“
Die Zukunft Belgiens im Turnier hängt nun vom letzten Gruppenspiel gegen Kroatien ab. Garcia betonte: „Jetzt zählt nur noch Neuseeland. Ich habe Vertrauen in mein Team.“
Toby Alderweireld hinterfragte die Vorbereitung der Mannschaft. „Diese Gruppe ist die schwächste bei der WM. Man muss Erster werden. Die Erwartungen waren nach den letzten beiden Vorbereitungsspielen zu hoch. Außer Courtois haben die Schlüsselspieler nicht geliefert. Das ist problematisch.“
Marc Degryse schloss sich dieser Einschätzung an. „Wir haben bessere Spieler als Ägypten und den Iran. Man muss sie besiegen. Die Mannschaft ist nicht bereit, intuitiv zu spielen. Es fehlt an Automatismen.“
Romelu Lukaku kritisierte den emotionalen Ansatz. „Wir hatten viele Chancen, aber der Ball wollte einfach nicht rein“, sagte er. „Wir haben zu emotional gespielt. Wir hatten einen Plan, aber in den entscheidenden Momenten fehlte die nötige Ruhe.“
Lukaku ergänzte: „Ich bin froh, über eine Stunde gespielt zu haben, aber natürlich nicht mit diesem Ergebnis. Das nächste Spiel müssen wir gewinnen.“
Nathan Ngoy sah die Rote Karte nach einem groben Foul an Mehdi Taremi. Maxime De Cuyper kam nach der Pause am nächsten an den Sieg, scheiterte aber aus zwei Metern an Alireza Beiranvand.
Mit nur zwei Punkten aus sechs möglichen nach dem Unentschieden haben die Belgier die Kontrolle über ihr Gruppenschicksal verloren.
Späte Chancen hatten Dodi Lukebakio, Johan Bakayoko und Charles De Ketelaere, doch keiner konnte Beiranvand wirklich gefährden.