Bankdrücker Rekordtorjäger Andrej Kramaric verliert Startelf-Status
Der 35‑jährige Andrej Kramaric, bis zuletzt Rekordtorjäger der TSG 1899 Hoffenheim, sitzt nun auf der Bank. In den bisherigen sechs Pflichtspielen kam er nur 68 Minuten zum Einsatz und fehlt komplett in der Startelf – ein radikaler Rollenwechsel und muss sich nun mit seiner neuen Rolle abfinden.
Frühere Saison: Rekordtorjäger in Bestform
In der Vorsaison war Kramaric mit 15 Treffern und acht Vorlagen in 36 Einsätzen der unangefochtene Stammspieler. Er startete 28 Mal, erzielte 158 Tore in 366 Spielen für die Kraichgau‑Mannschaft und war damit mit 35 Jahren noch in Höchstform.
Aktuelle Krise und Konkurrenz
Seit Saisonbeginn hat Kramaric lediglich 68 Minuten in sechs Ligaspielen absolviert und wurde von Trainer Christian Ilzer nie in die Anfangsformation berufen. Ilzer erklärte vor einigen Monaten: „Er wird nie zufrieden sein, auf der Bank zu sitzen.“ Der Status als Stammspieler ist damit gefährdet. Die Konkurrenz im Sturm ist groß.
Nationaltrainer Slaven Bilic, der nach 14 Jahren mit einem 2:1‑Auswärtssieg in Tschechien zurückkehrte, ließ Kramaric in Prag ebenfalls 90 Minuten auf der Ersatzbank verbringen. Bilic fragte sich, ob er denselben Eindruck gewonnen hat, wie sein Kollege Ilzer.
Ilzer betonte im Dezember, dass Kramaric ein „Top‑Profi“ sei, der „unermüdlich an seinen Fähigkeiten im Detail arbeitet“. Beim 300. Bundesligaspiel gegen den HSV lobte er den Kroaten als „extremen Winner‑Typ“ und „wichtigen Teil dieser Mannschaft“.
VfB Stuttgart muss 40 Millionen Euro einspielen – fünf Stars bringen Geld
Trotz der geringen Einsatzzeit verlängerte Hoffenheim den Vertrag von Kramaric Anfang Mai bis 2028, um den erfahrenen Publikumsliebling langfristig zu binden.
Im Sommer verließ Flügelspieler Bazoumana Toure den Verein für rund 50 Millionen Euro zu Newcastle United, während Mittelfeld‑Veteran Grischa Prömel ablösefrei zu VfB Stuttgart wechselte. Gleichzeitig investierte Hoffenheim 66 Millionen Euro in sechs Neuzugänge.
Im Sturm konkurriert Kramaric mit Rückkehrer und Neu‑Nationalspieler Bambase Conte sowie dem aus Salzburg kommenden Adam Daghim. Auf den Flügeln stehen Adam Hlozek, Tim Lemperle und Max Moerstedt vorn, während Fisnik Asllani zuletzt wieder als Einwechseloption gilt.
Hoffenheim erzielte in den ersten vier Ligapartien sieben Tore, liegt jedoch noch auf dem fünftletzten Tabellenplatz. Nach der internationalen Spielpause stehen in den kommenden drei Wochen sieben Pflichtspiele an, was Kramaric die Chance geben könnte, wieder häufiger eingesetzt zu werden.
Bilic muss nun entscheiden, wie er Kramaric in den drei verbleibenden Nations‑League‑Spielen gegen Spanien (zweimal) und England einsetzt. Der Kroate verfügt über 119 Länderspiele, rangiert damit hinter Luka Modrić (203) und Ivan Perišić (159) in der Nationalmannschaft.