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Bundesliga

Ball und weniger Bull‑Taktik stärken österreichische Clubs in Bundesliga

🇩🇪 Von 4AllFootball ·
Ball und weniger Bull‑Taktik stärken österreichische Clubs in Bundesliga

Nach der längsten internationalen Pause startet die Bundesliga ihre achte Runde der zweiten Hälfte mit noch neun Spielen bis Weihnachten, und die österreichischen Vereine Rapid Wien unter Bolla und FC Red Bull Salzburg unter Kitano haben bereits eine ballarme Saison 2025/26 in eine besitzorientierte, Ball‑reiche Wiederbelebung verwandelt.

Von torarmem Trübsinn zu ball‑reichem Spiel

Die Saison 2025/26 war der absolute Tiefpunkt der Liga. Nicht nur rutschten die österreichischen Vereine im fünfjährigen Europacup‑Ranking zurück, sondern das Abstiegskampf, angeheizt durch die inzwischen abgeschaffte Halbpunkte‑Regel, erzeugte nervösen „Rumpelfußball“. Selbst der Titelkampf kroch mit einer Schneckengeschwindigkeit, ohne dass ein Verein das Zwei‑Punkte‑pro‑Spiel‑Benchmark für den ersten Platz erreichte.

Daten zeigen, dass die durchschnittliche Torzahl pro Spiel – der Torschnitt – auf 3,07 gestiegen ist, gegenüber nur 2,69 nach sieben Runden im Jahr 2025. Der Anstieg spiegelt häufigere Kombinationen wider, die Torchancen erzeugen.

In der gesamten Liga sind die Passgenauigkeitsraten gestiegen, während der Anteil der Schüsse, die zu Toren führen, zugenommen hat, was die statistische Wirkung des neuen Ball‑first‑Ansatzes bestätigt.

Assist‑assist‑Zahlen – der Vor‑Assist‑Pass, der zu einem Tor führt – sind ebenfalls stark angestiegen. LASK Horvath führt die Liste mit fünf, während Bolla von Rapid und Eggestein von Austria jeweils vier verzeichnen.

Trainer tauschen Druck gegen Ballbesitz

„Jetzt wird mehr strukturiertes Fußball gespielt. Das sehe ich lieber“, sagt WSG‑Trainer Philipp Semlic, der bewusst das Jagen des zweiten Balls aufgegeben hat. Er entfernte einen dritten Innenverteidiger, um zwei echte Flügelspieler einzusetzen, flache Kombinationen und mehr Ballbesitz.

Semlic fügte hinzu, dass Studien zeigen, dass junge Spieler sich am besten entwickeln, wenn sie viele Entscheidungen treffen, und der Besitz des Balls mehr Optionen erzwingt, als ihn ständig zu jagen. Diese Philosophie leitete seine sommerliche Umstrukturierung.

In Ried ordnete der ehemalige Sportdirektor Wolfgang Fiala – jetzt bei Rapid – einen Wechsel zum Kombinationsfußball an und ernannte Mario Despotovic zum Cheftrainer. Der Schritt spiegelt den breiteren österreichischen Trend zu ballzentrierten Taktiken wider.

An der Tabellenspitze haben Rapid und Salzburg jeweils neue Führung übernommen. In Hütteldorf kam Johannes Hoff Thorup im Januar, der den Aufbauspiel und die Ballzirkulation priorisierte, ein Konzept, das sechs Monate brauchte, um sich zu verankern. Salzburgs Ernennung von Pep Lijnders im Jahr 2024, auf Empfehlung von Jürgen Klopp, führte ein 4‑3‑5‑System und geduldigen Ballbesitz ein, unterstützt von Sportdirektor Mann, Trainer Röhl und dem 32‑jährigen Stürmer Tabulovic.

Österreichs breitere europäische Wellenwirkung

Die Wellenwirkung reicht nach Europa: nach LASKs 4‑1‑Sieg im Europa‑Cup‑Qualifikationsspiel gegen Sporting in Lissabon im Oktober 2020 haben österreichische Vereine konsequent die Elite des Kontinents herausgefordert und das, was einst eine „Bull‑driven“ Pressing‑Maschine war, in eine nuancierte, Pass‑reiche Liga verwandelt, die nun die Topclubs der Champions League mit einer Torgarantie versorgt. Der Wandel verbessert zudem die österreichische Vertretung im Europacup.

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