Bajrami bleibt alternative zu Elvedi und Akanji im Nati‑Kader
Im Stadion von Skopje blickt Adrian Bajrami über die leeren Reihen, während die Fans aus Zürich und Skopje gleichermaßen gespannt sind. Der 24‑jährige Innenverteidiger steht in der Schweizer Nationalmannschaft (Nati) noch hinten im Kader, doch ein Einsatz gegen Nordmazedonien wäre für ihn doppelt persönlich.
Doppeltes Interesse und erster Einsatz
Als Adrian Bajrami am 13. Oktober 2025 im WM‑Qualifikationsspiel in Slowenien von Murat Yakin in der 77. Minute für Ricardo Rodriguez eingewechselt wurde, war das ein doppelter Sonderfall. Rodriguez wird selten ausgewechselt, und Bajrami war ein Debütant. Yakin hatte offenbar einen Hintergedanken, denn der Schweizer mit Balkan‑Wurzeln erhielt Einladungen vom nordmazedonischen und vom kosovarischen Verband.
Der junge Verteidiger spielte zuvor in den Nachwuchsauswahlen Albaniens und wurde dort sogar dreimal in einem Freundschaftsspiel für die A‑Nationalmannschaft eingesetzt. Mit dieser Einwechslung endeten im letzten Herbst die Avancen anderer Nationen, und Bajrami ist nun zum dritten Mal im Kreis der A‑Nati dabei.
«Ich bin mega stolz, dass ich dabei sein darf. Ich freue mich auf die anstehenden Spiele und hoffe, dass wir unsere Ziele erreichen», sagte Bajrami nach dem Einsatz.
Clublaufbahn und Rückkehr nach Portugal
Nach einer Saison beim FC Luzern wechselte Bajrami im Sommer zu Braga in Portugal – eine Rückkehr, denn zwischen 2018 und 2025 war er bei Benfica Lissabon aktiv, zunächst in der Jugend, später in der 2. Mannschaft und einmal im Fanionteam.
«Ich kenne das Land, die Sprache und die Leute in der Umgebung», betonte er, wobei er hinzufügte, dass er fließend Portugiesisch spreche.
Unter dem Spanier Carlos Vicens spielt er bei Braga. «Wir spielen einen sehr schönen Fussball, haben einen klaren, strukturellen Ablauf. Die Intensität ist hoch, das gefällt mir», erklärte Bajrami.
In der Nati ist die Konkurrenz in der Innenverteidigung mit Manuel Akanji (31) und Nico Elvedi (29) enorm. «Wenn ich sehe, welche Spieler links und rechts von mir sein könnten, welche Qualität diese haben, dann liegt mir das. Ich freue mich, dass ich das täglich im Training und auch in den Spielen ausnutzen darf», sagte er.
Der Nations‑League‑Auftakt auswärts gegen Nordmazedonien ist für Bajrami wegen seiner familiären Wurzeln doppelt speziell. «Ich habe Familie dort, es wird viel familiären Besuch geben. Es ist ein grosses Thema bei uns – vor allem, wenn ich sehe, wie viele einen Flug von Zürich nach Skopje gebucht haben», bemerkte er. Die Partie wird am Samstagabend live auf SRF 2 und in der Sport‑App übertragen.