Aussagen Hans-Joachim Watzke: Thomas Tuchel war vor WM 2022 Favorit
Im Studio von Sky, während der Sendung „Meine Geschichte“, blickte BVB‑Präsident Hans‑Joachim Watzke in die Kamera und erklärte, dass er Thomas Tuchel bereits vier Jahre nach der WM 2022 als Bundestrainer im Auge hatte – jedoch nicht im Sommer, sondern schon damals.
Der DFB‑Vizepräsident beantwortete Moderator Riccardo Basile die Frage, ob er über die Installation Tuchels nachgedacht habe. Watzke erwiderte: „Ja, im Sommer nicht … Aber die Idee hätte ich schon gehabt“, und fügte hinzu: „Wir sind in Katar ziemlich kläglich ausgeschieden.“
Watzke betonte, dass er seit Januar 2022 für den DFB tätig sei, damals jedoch nicht in die Entscheidungsfindung eingebunden war, weil Oliver Bierhoff noch im Amt war und die Wahl des Bundestrainers nicht seine Verantwortung sei.
Watzkes Sicht auf die Nationaltrainer‑Entscheidung
Er erklärte weiter, dass die Grundhaltung damals sei, mit Hansi Flick weiterzumachen, und lobte Flick für das, was er bei Barcelona „abreißt“. Nach dem Katar‑Misserfolg habe er das Gefühl gehabt, dass ein Wechsel schwierig werden könnte, und meinte im Nachhinein, die folgenden Spiele seien ein Desaster gewesen.
Der alte Konflikt zwischen Watzke und Tuchel reicht zurück zum Busanschlag auf den BVB‑Teambus im April 2017, bevor das Champions‑League‑Viertelfinale gegen AS Monaco stattfand. Tuchel hatte damals behauptet, Watzke habe verlangt, dass das Team trotzdem spiele; die UEFA verlegte das Spiel auf den nächsten Tag, und BVB verlor 2:3, bevor es im Rückspiel mit 1:3 ausschied.
Der alte Konflikt um den Busanschlag
Auf die Frage, ob Tuchels Darstellung die „größte menschliche Enttäuschung“ war, antwortete Watzke: „Es war jedenfalls eine große.“ Er kritisierte die verzerrte Darstellung in den Medien und betonte, dass interne Vorgänge nicht nach außen getragen werden sollten.
Watzke betonte, dass es nicht um Verzeihen gehe, sondern dass er Tuchel nach wie vor für einen exzellenten Trainer halte. Er sagte, sie sprächen heute wieder vernünftig miteinander, und erinnerte sich an die englische Anfrage, bei der er Tuchel als einen der besten Trainer bezeichnete, der unter maximalem Druck stehe.
Nach dem Pokalsieg 2017, der BVB einen versöhnlichen Saisonabschluss bescherte, trennten sich die Wege. Tuchel wechselte zu PSG, Chelsea und dem FC Bayern München und übernahm 2025 im Alter von dreiundfünfzig Jahren die englische Nationalmannschaft.
Watzke hatte zudem entscheidenden Anteil an der Installation von Jürgen Klopp als Nachfolger von Julian Nagelsmann nach der WM 2026, womit er erneut Einfluss auf die nationale Trainerlandschaft ausübte.