Serie A
Inter Mailand verschmäht Palestra – Tonalis Reue und Oaktrees Distanz
Inter Mailands Direktor Piero Ausilio räumte ein, dass sein Verein von Atalanta übergangen wurde, als es um Marco Palestras Wechsel zu Chelsea ging, und gestand gleichzeitig, dass sein größtes Transferbedauern darin besteht, Sandro Tonali 2020 nicht von Brescia verpflichtet zu haben. Bei einer Pressekonferenz zum Serie-A-Wintertransfermarkt in Rimini heute Abend verglich Ausilio die beiden Transfers: Chelseas Angebot für Palestra lag doppelt so hoch wie Inter Mailands maximale Gehaltsvorstellung und enthielt zudem 10 Millionen Euro mehr als ihre Bewertung.
Die Palestra-Affäre begann damit, dass Palestra zunächst einen Wechsel zu Inter Mailands schien, doch Chelsea griff mit einem finanziell überlegenen Paket ein. Ausilio beschrieb das Ergebnis als persönliche Zurückweisung und sagte: „Ich wurde so abgewiesen, wie ich es seit meiner Schulzeit nicht mehr erlebt habe, als ich ein Mädchen zum Tanzen einlud.“ Er bestätigte, dass Inter Mailands finales Angebot weniger als die Hälfte dessen betrug, was Chelsea schließlich bot.
Berichten zufolge verzögerte sich Inter Mailands Vorgehen bei Palestra aufgrund von Bedenken ihrer US-amerikanischen Eigentümer Oaktree Capital Management. Ausilio räumte die Herausforderung ein, mit Besitzern in den Vereinigten Staaten zu koordinieren, und bemerkte, dass die Kommunikation zwischen Vorstand und sportlicher Führung manchmal ins Stocken gerät. „Das ist etwas ungewöhnlich, und es ist wichtig, jemanden wie Marotta als Vermittler zu haben, der sowohl mit der sportlichen als auch mit der managerialen Seite arbeitet“, sagte er.
Tonali Transfermisserfolg datiert jedoch vor der Palestra-Enttäuschung. Ausilio gab zu, dass er „überrascht“ war, als Tonali im Sommer 2020 von Brescia zu Inter Mailands Stadtrivalen AC Mailand wechselte. Drei Jahre später verkaufte Mailand Tonali für über 60 Millionen Euro an Newcastle United.
Der Kontrast zwischen den beiden Fällen ist eklatant: Der eine Fall betrifft eine verpasste Chance aufgrund externer Konkurrenz und geografischer Distanz der Eigentümer, der andere ein Versagen der internen Urteilsfähigkeit. Ausilios Offenheit deutet darauf hin, dass Inter Mailands Transferstrategie weiterhin unter der Lupe steht, während sie sowohl sportliche Ambitionen als auch Entscheidungen abseits des Platzes navigieren.
Mit dem nun geöffneten Wintertransferfenster der Serie A steht Inter Mailand erneut unter Druck, den Kader zu verstärken, während die Rekrutierungsprozesse und Eigentumsstrukturen genau unter die Lupe genommen werden.