WM
Senegals WM-Plan: Lukaku nur Bankdrücker, Doku im Einsatz
In der feuchten Abendluft von Seattle bereitet sich das Belgische Nationalteam auf ein WM-Achtelfinale gegen Senegal vor. Anstoß ist um 22:00 Uhr belgischer Zeit am Mittwoch – beide Teams wissen, dass dies ein hart umkämpftes Spiel werden könnte.
Auf dem Papier stehen sich die beiden Teams in nichts nach, doch ein Detail könnte den Ausschlag zugunsten Belgiens geben. Während das senegalesische Team fast 4.000 Kilometer von seinem Trainingslager bis nach Seattle reisen muss, bereiten sich die Belgier unter deutlich komfortableren Bedingungen vor. Die lange Reise erfordert Zeit, Organisation und Energie – Faktoren, die in einem knappen Spiel schwer wiegen könnten.
Tom Saintfiet, damals belgischer Nationaltrainer von Mali, erwartet eine große Herausforderung. Im Gespräch mit *La Dernière Heure* lobte er die Offensivstärke Senegals und nannte dabei Sadio Mané, Ismaila Jackson, Pape Gueye und M’Baye Niang. „Senegal hat eine starke Offensive, aber wir dürfen nicht vergessen, dass ihr Mittelfeld dominant sein kann“, sagte er. „Das wird eine echte Prüfung für Belgien sein, sie zu kontrollieren.“
Saintfiet schlug ein Mittelfeld-Trio mit Onana, Tielemans und De Bruyne vor, räumte aber ein, dass ihn Tielemans bei dieser WM bisher nicht überzeugt hat. „Ich glaube trotzdem an diese Kombination, auch wenn Tielemans bisher nicht aufgefallen ist.“
Er wies auf Senegals Abhängigkeit von den Flügeln hin. „Ihre Außenverteidiger schieben hoch und setzen Druck. Das könnte entscheidend sein. Ein weiterer Faktor ist Senegals tiefe Bank – die meisten Spieler kommen aus den Top-Fünf-Ligen Europas. Belgien hat weniger Optionen von der Bank, um die Intensität zu halten, besonders wenn es in die Verlängerung geht.“
Saintfiet schlug eine unkonventionelle Taktik vor: „Ich würde Lukaku auf die Bank setzen. Senegal kontrolliert gerne das Spiel, was für Belgien von Vorteil sein könnte. Mit schnellen Kontern, Belgiens bester Waffe, können wir sie unter Druck setzen.“ Er schlug vor, mit Johan Bakayoko und Jérémy Doku auf den Flügeln zu starten, um die Außenbahnen zu nutzen.
Senegal, warnte er, sei die härteste mögliche Paarung. „Es ist ein 50:50-Spiel, aber man darf nicht vergessen, dass sie in der Gruppenphase sechs Tore kassiert haben.“
Das Spiel wird live auf Walfoot.be ab 22:00 Uhr am 1. Juli übertragen.